Donnerstag, 4. September 2014

Konsumverzicht Tag 2: Frust

Der zweite Tag meines, oder unseres, Experiments.
Ich habe heute einen ganzen Eimer voller Äpfel von meiner Oma bekommen. Fallobst, für Apfelmus nicht zu gebrauchen...also zumindest mag ich das nicht mehr essen wenn lauter Würmer drin sind. Also wird Apfelsaft gemacht, mit meinem neuen Entsafter*.
Nach dem ersten Durchgang sind mir die Flaschen ausgegangen, ich hatte aber noch einen halben Eimer voll Äpfel. Aus dem häte ich locker noch drei Flaschen Saft machen können. Und der ist doch sooooooooo lecker, ich glaube er wird bei uns nicht lange überleben.
Sogar mein Liebster war voll mit bei der Sache und hat mir sogar beim Schneiden geholfen...es mussten dringend Flaschen her...so viel Aktionismus für etwas was man in der Küche arbeitet erlebe ich sonst vielleicht nie wieder von ihm.
Den Flaschenvorrat meiner Mutter hatte ich schon geplündert. Von einer in der Nähe wohnenden Freundin hatte ich auch schon ganz viele Flaschen bekommen. Nach langer Überlegung fiel mir ein, dass meine Schwester immer jede Menge leere, geeignete Flaschen hat. Ich müsste sie nur abholen und ausspülen. Gesagt getan, ich setzte mich in mein Auto und fuhr die acht Kilometer zu meiner Schwester. Auf dem Weg dorthin fiel mir ein, dass sie und ihr Mann heute Hochzeitstag haben und den ganzen Tag unterwegs sind...Mist...aber kein Problem, die Baby-sitterin müsste ja da sein. Ich kenne sie gut, also wird sie damit klar kommen, wenn ich überraschend vor der Tür stehe. Und wo die Flaschen sind weiß sie auch.
Ich komme bei meiner Schwester an, klingel, und niemand macht auf. Der Hund ist da und jault vor sich hin...aber niemand öffnet die Tür. Ich brauche doch nur Flaschen...Verzweiflung macht sich breit. Während der Suche nach offenen Fenstern, Türen oder einem ausgelagerten Schlüssel frage ich mich, ob die Polizei, wenn sie bald kommt, weil Nachbarn eine potenzielle Einbrecherin in mir sehen, wohl nachsichtig mit mir sein wird. Es ist vergeblich...alles zu...verrammelt und verriegelt, kein Schlüssel, keine Flaschen.
Frustriert mache ich mich wieder auf den Heimweg.
Bei so viel Frust schlägt sie zu die Konsumfalle. Ich erliege dem Kaufrausch...ich will etwas schönes haben was mich wieder glücklich macht.
Ich komme an der besten Eisdiele weit und breit vorbei. Heute war es ausnahmsweise mal wieder etwas wärmer draußen. Ich hatte vormittags schon überlegt Eis zu machen, aber mein Freund hatte keine Lust auf das Rührgeräusch der Eismaschine*. Dabei ist selbstgemachtes Eis doch so toll...und so lecker...! Ich erliege der Versuchung. Eis der besten Eisdiele weit und breit kommt sicherlich immerhin ansatzweise an selbstgemachtes Eis heran. Außerdem gibt es hier so leckere Sorten wie "Butterkeks" und co. mit Stückchen an die ich mich bisher noch nicht rangetraut habe.
Also kaufe ich zweimal drei Kugeln und bringe meinem Liebsten der eifrig zu Hause vergeblich Äpfel schneidet ein Eis mit. Ein Glück hat er in dem Moment nicht an unser Experiment gedacht und ich habe nicht auf den Deckel bekommen, wenn man von den Selbstvorwürfen, die das Eis schnell verstimmen ließ, absieht.







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